Oberfranken spricht für Markenvielfalt

17.03.2015

Der erstarkte Wettbewerb aus Osteuropa und der zunehmende Importdruck machen der Polstermöbelbranche zu schaffen. Die oberfränkischen Polstermöbelhersteller setzen mit einer klaren Profilierung dagegen, indem jeder seine Stärken hervorhebt und damit eine Nische besetzt. Welche Impulse die Oberfranken dem Handel geben und wie die Marketingstrategie des Verbandes aussieht, darüber spricht Christian Dahm, Geschäftsführer des Verbandes der Holzwirtschaft und Kunststoffverarbeitung Bayern/Thüringen, im Interview mit MÖBELMARKT-Redakteurin Michaela Höber.

MM: Herr Dahm, wie entwickelt sich die Situation der oberfränkischen Polstermöbelhersteller aktuell?

Christian Dahm: Die ersten beiden Monate des Jahres waren überzeugend. Insofern bin ich sehr zuversichtlich, dass wir 2015 ein positives Möbeljahr erleben werden. Trotzdem dürfen wir allerdings nicht vernachlässigen, dass wir auch 2014 sehr positiv gestartet sind, das Herbstgeschäft aber nicht für jeden zufriedenstellend war. Insofern haben wir 2015 einiges nachzuholen.

MM: Wo liegen derzeit die größten Herausforderungen für die oberfränkische Polstermöbelindustrie und wie kann sie diese bestmöglich meistern?

Dahm: Zum einen bringen die Veränderungen auf der Handelsseite mit den Einkaufsverbänden für jeden neue Chancen und Risiken. Darüber hinaus bleibt das Thema Internet und dessen Vermarktung in den nächsten Jahren ein Dauerbrenner sowohl für die Handels- als auch für die Herstellerseite. Auch hier gilt es zukünftig, gemeinsame Vermarktungsstrategien festzulegen, um den veränderten Kundenwünschen Antworten zu bieten.

MM: Die oberfränkischen Hersteller produzieren zu einem Großteil noch am heimischen Standort. Wie kann der Handel noch größere Begehrlichkeiten für das Qualitätsmerkmal „made in Germany“ wecken?

Dahm: Das ist ja das Spannende. Beim Kunden ist der Wunsch nach Individualismus und Geborgenheit enorm. Das Zuhause und gerade das Wohnzimmer mit seinem Sofa hat hier nun einmal eine große emotionale Bedeutung. Den Leuten ist es wichtig, sich in ihrem Zuhause wohlzufühlen, und ebenso wichtig ist es ihnen zu wissen, woher ihr Sofa kommt. Und hier bietet keiner so gute Verkaufsargumente wie Oberfranken.

MM: Welche Impulse können die Oberfranken dem Handel zusätzlich geben?

Dahm: Oberfranken spricht für Markenvielfalt. Und genau hier liegt eine zentrale Forderung des Kunden. Nirgendwo sonst finden Sie eine derartige Vielfalt an Innovationen bei hoher Produktqualität und Fertigungstiefe wie in Oberfranken. Da beim Verbraucher das Thema Nachhaltigkeit weiterhin eine große Rolle spielt, bieten die Hersteller natürlich auch hier Differenzierungsmöglichkeiten. Das Emissionslabel der DGM ist hier ein Beispiel. Damit können viele oberfränkische Hersteller punkten und den Verbrauchern eine Orientierungshilfe geben und zeigen, dass das Thema ‚gesundes Wohnen‘ bei Qualitätsherstellern eine große Rolle spielt.

MM: Wie sieht die Marketingstrategie des Verbandes zu der Region Oberfranken aus?

Dahm: Unsere Marketingstrategie setzt klar auf die Stärken unserer Region. In Oberfranken treffen Tradition und Innovation in einer Vielfalt aufeinander, die man sonst nirgendwo anders sehen kann. Diese Vielfalt und Flexibilität, gebündelt in einer Region der kurzen Wege, ist für ein Messekonzept einzigartig. Hinzu kommt die klare Ausrichtung der einzelnen Hersteller auf die jeweiligen Stärken. Da hat jeder unserer oberfränkischen Polstermöbler ein ganz eigenes Profil entwickelt, um sich zu differenzieren. Das weiß auch der Handel zu schätzen. Auch die Individualisierung spielt eine immer größere Rolle. Und da können unsere Unternehmen fast jeden Wunsch erfüllen.

MM: Wie stellen sich Ihre Mitglieder auf, um ein klares Profil zu zeigen und sich von dem erstarkten Wettbewerb aus Osteuropa respektive von Billigimporten aus Fernost abzusetzen?

Dahm: Der Kampf ist ja nicht neu, am Schluss muss das Gesamtpaket stimmen. Das größte Plus der Oberfranken ist ja gerade ihre Innovationskraft. Vom Sitzkomfort über Lederqualität bieten wir in unserer Bandbreite ein Alleinstellungsmerkmal und einen Variantenreichtum, wie er sonst nicht zu finden ist. Natürlich tut es da manchmal weh, wenn man gerade auf den Messen Möbel sieht, die sowohl in ihrer Optik, als auch in ihrer Funktion – nennen wir es „erhebliche Ähnlichkeiten“ – aufweisen. Aber hier hilft es eben nur, schneller und besser zu sein als die Konkurrenz. Und dies hat Oberfranken in den letzten Jahren mit seiner klaren Ausrichtung als Trendsetter mehr als bewiesen. Insofern kann der Handel auch dieses Jahr wieder gespannt darauf sein, welche Neuigkeiten wir ihm im Herbst präsentieren werden.

MM: Der Termin der Hausmessen Oberfranken wurde vorverlegt. Was war der Grund für diese Entscheidung?

Dahm: Mit dem Vorziehen unserer Hausmessen bieten wir dem Fachhandel und den internationalen Messebesuchern eine optimale organisatorische Einbettung in den Messeherbst und ermöglichen es damit, dass sie sich in aller Ruhe ein Bild über die attraktiven Kollektionen unserer Hersteller verschaffen können. Vom 27. bis 30. September 2015 öffnen die oberfränkischen Polstermöbelhersteller ihre Showrooms und präsentieren im Rahmen der Hausmessen ihre neuen Modelle und Marketingkonzepte. Hier findet der Handel eine außergewöhnliche Vielfalt an handwerklichem Können, zeitgemäßem Design und technischen Neuheiten, und das konzentriert in einer Region. Ich freue mich schon auf unsere Hausmessen.

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